Pritzker-Preis für Souto de Moura

Auszeichnung für einen „guten" Architekten

fo_1103_pritzker_prize_for_souto_de_mouraSein bekanntestes Bauwerk ist wohl ein Stadion. Der portugiesische Architekt Eduardo Souto de Moura (58) wird in diesem Jahr mit dem renommierten Pritzker-Preis ausgezeichnet. Der mit 100.000 Dollar (rund 70.000 Euro) dotierte Preis gilt als der Nobelpreis der Architektur. Viele seiner Werke schuf der Portugiese aus Beton.
„Eduardo Souto de Mouras Architektur ist nicht offensichtlich, frivol oder pittoresk, sondern voller Intelligenz und Ernsthaftigkeit", hieß es in der Jury-Begründung. Seine Arbeit erfordere eine intensive Auseinandersetzung, nicht nur einen flüchtigen Blick. Souto de Moura wird den Preis bei einer Zeremonie im Juni in Washington entgegennehmen. Souto de Moura betreibt seit 1980 ein eigenes Architekturbüro und gilt als Vertreter eines zurückhaltenden Architekturstils. Er betonte stets, dass Gebäude bescheiden ihre Funktion zu erfüllen hätten und sich ihrer Umgebung anpassen sollten. "Es gibt keine ökologischen Architektur, keine intelligente Architektur, keine nachhaltige Architektur - es gibt nur gute Architektur", so de Moura. In einem ersten Statement freute sich de Moura darüber, dass er nach seinem Lehrer Alvaro Siza (1992) der zweite Portugiese sei, der diese renommierte Auszeichnung erhalte. Zu seinen wichtigsten Bauten zählen das Stadion in Braga, der Burgo Tower in Porto, ein zu einem Hotel umgebautes Kloster in Amares und das Paula Rego Museum in Cascais. Er hat aber auch den Portugal-Pavillon für die EXPO 2000, Shopping Center, Schulen, Kunstgalerien, Wohnhäuser und ein Kino gebaut. Seine Bauten stehen in Portugal, aber auch in Spanien, Italien, Deutschland, Großbritannien und der Schweiz.
Der Architekturpreis wurde von dem Chicagoer Unternehmer Jay A. Pritzker und dessen Ehefrau Cindy gestiftet. Die Familie besitzt unter anderem die internationale Hyatt-Hotelkette. Zu den bisherigen Preisträgern gehören neben Frank Gehry auch der Italiener Renzo Piano, der Niederländer Rem Koolhaas, die Schweizer Jacques Herzog und Pierre de Meuron, der Brasilianer Oscar Niemeyer, der deutsche Architekt Gottfried Böhm sowie der Österreicher Hans Hollein. 2004 erhielt mit der aus dem Irak stammenden britischen Architektin Zaha Hadid erstmals eine Frau den renommierten Preis. Im vergangenen Jahr wurden die japanische Architektin Kazuyo Sejima und ihr Kollege Ryue Nishizawa ausgezeichnet.


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