Ein hybrides Konstrukt aus Technik und Natur

Der Schweizer Beton-Pavillion auf der EXPO in Shanghai

fo_1003_ein_hybrides_konstrukt_aus_technik_und_naturAuf der EXPO Weltausstellung in Shanghai präsentiert sich die Schweiz derzeit mit einem besonderen Pavillion aus Beton. Bereits 2006 gingen die Projektautoren Buchner Bründler Architekten und Element GmbH mit ihrem innovativen Beton-Pavillon Konzept als Sieger eines zweistufigen Projektwettbewerb hervor. Ihr Vorschlag überzeugte die Jury aufgrund seiner Zeichenhaftigkeit, Originalität, sowie der Fähigkeit, Nachhaltigkeit und Emotionen erlebbar zu machen. Der offizielle Schweizer Pavillon verkörpert die Symbiose von Stadt und Land in seiner Architektur. Er präsentiert sich als hybrides Gebilde aus Technik und Natur, welches Stadt und Land in sich vereint und im Gleichgewicht hält. Ein begrüntes großflächiges Dach bildet zusammen mit zwei tragenden Zylindern die Struktur des Gebäudes. Zwei Zylinder im Innern des Pavillons und die Dachuntersicht umfassen den urbanen Raum. Ergänzt mit dem Fluss der Besuchenden durch die Ausstellungsbereiche im Zylinder und auf mehreren Rampenebenen, der multifunktionalen Bühne und dem Restaurant wird dieser urbane Raum gezielt physisch und akustisch verdichtet. Er entspricht mit seinen harten, kantigen Bodenoberflächen und seinen Merkmalen wie: laut, schattig, aktiv und bewegt dem Yin. Als komplementärer Gegensatz zum urbanen Raum stellt das begrünte Dach mit seiner sanften Topografie eine offene, helle und ruhige Landschaft dar und steht für das Yang. Verbindendes Element zwischen den beiden Räumen ist die Sesselbahn. Sie führt den Besuchenden aus der Schwere der Stadt hinaus in die Leichtigkeit der Natur und wieder zurück. Zyklische Erschließungssysteme versinnbildlichen die harmonische Interaktion zwischen städtischen und ländlichen Gebieten. Die Besuchenden werden auf einem spiralförmigen, als Doppelhelix ausgebildeten Rampensystem sowie auf dem geschlossenen Kreislauf der Sesselbahn von der Stadt aufs Land und wieder zurück geführt.

Die interaktive und intelligente Fassade zeigt in einer spielerischen Umsetzung wieviel Energie uns überall ungenutzt umgibt. Die Fassade umgibt den Pavillon als ein Vorhang aus Aluminiumgeflecht unter welchem die Besuchenden durchlaufen und in den urbanen Raum im Erdgeschoss des Pavillons eintreten können. Die im Vorhang integrierten Fassadenelemente sind je mit einem Energieerzeuger, einem Speicher und einem Verbraucher in Form einer LED- Leuchte bestückt. Die erzeugte Energie wird in Form von weißen Blitzen sichtbar gemacht, welche in Abhängigkeit von der Pavillonumgebung, wie Sonne, Wind und Fotoblitzlichter der Besuchenden ausgelöst werden. Auf diese Weise werden „Umwelteinflüsse" um den Schweizer Pavillon direkt visualisiert und die Besuchenden auf deren Vorhandensein sensibilisiert.



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